|

Um das Kirchlein von San Bernardo zu besuchen, geht man am besten von der Pfarrkirche aus, die dem heiligen Bernhard, dem Schutzpatron von Orselina, gewidmet ist. Sie steht mitten im Dorf, wo die Via al Parco und die Via Patocchi aufeinander treffen. Für die Wanderung sind hin und zurück mindestens drei Stunden auf einem guten, bestens beschilderten und markierten Weg zu rechnen. In einer prächtigen Lage, von unten her gut sichtbar, präsentiert sich die Pfarrkirche als rechteckiger Bau, abgeschlossen vom Chor, mit dem Glockenturm auf der Nordseite. Sie geht wahrscheinlich auf das 16. Jahrhundert zurück und wurde im 17. und 18. Jahrhundert erweitert. Umbauten erfolgten 1826 durch den Maurermeister Giovanni Battista Giacometti, genannt “il Borghese.
Die halbmondförmigen Fenster und die Vollendung der Fassade mit Portikus sind sein Werk. Die Gemälde von Giovanni Antonio Vanoni sind 1859 entstanden. Drei Jahre später wurden die jetzt nicht mehr auffindbaren Balustraden aus rotem Marmor aus der Madonna del Sasso angebracht. 1869 folgte die Sängertribüne, denn zwei Jahre zuvor war eine später abgebrochene Orgel aus der Wallfahrtskirche installiert worden. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden neoklassizistische Elemente nach Plänen des Rektors Don Enrico Merlini eingefügt, so die Lisenen, der Mosaikboden, der Hauptaltar und ein Nebenaltar in Marmor, von Giovanni Maria Fossati nach Entwürfen des Architekten Paolo Zanini aus Cavergno ausgeführt. 1963 bis 1965 folgten weitere Arbeiten, wobei die mittelalterlichen Vorbildern folgenden Dekorationen entfernt wurden, ausgenommen die Lünette auf der Ostseite mit der Verkündigung und das Medaillon der Immaculata von Vanoni. Die Kirche in neoklassizistischem Stil (4) weist eine Säulenvorhalle auf. Das Gewölbe und das Fenster mit Dreipassbogen sind aus dem Jahr 1826. Das Tonnengewölbe mit Lünetten ruht auf einem Gesims. Der Chorraum wird charakterisiert durch zwei Kreuzrippengewölbe. Von den Fresken des Giovanni Antonio Vanoni (1859) blieb nur die Verkündigung in der Lünette des Chors erhalten.
|