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Das Oratorium San Bernardo
Madonna del Sasso
Die Pfarrkirche
Castello Bernese

Kinder der Grundschule spielen auf dem Platz vor dem Schulhaus
(Palazzo Bernese).
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Es heisst Castello Bernese, seit es gegen Ende des 19. Jahrhunderts
in seiner seltsamen Form gebaut wurde. Die Bauarbeiten waren
1905 abgeschlossen. Als Sinnbild der Kreativität und
auch etwas sonderlich anmutend, zeugt es vom frühen Tourismus
jener Reisenden, die vom südlichen Klima, der schönen
Landschaft, der lateinischen Geselligkeit angezogen wurden
und ihre ideale Welt finden wollten.
Das Castello Bernese, ein Werk des Architekten Robert Brönimann
aus Belp, ist in der Tat ein phantasievolles, romantisch angehauchtes
mitteleuropäisches Schloss: Rundturm mit kegelförmigem Dach,
kleine Ecktürme, Loggien, Türen, Tore und Fenster unterschiedlicher
Form, farbige Fenster, Konsolen, Zinnen und ein Schuppendach.
Der Bau verrät deutlich nordische Vorbilder, etwa die Verwendung
sehr dauerhafter Materialien; aber auch südländische Elemente
wie die zweibogigen Fenster sind erkennbar. Der Stil ist nicht
einheitlich, auch weil in einander folgenden Phasen gebaut
wurde. Das Gebäude, erst Eigentum des Baslers Portmann, weist
im Innern Dekorationen auf, die an den Jugendstil erinnern.
Unter den dargestellten Persönlichkeiten figuriert Adrian
von Bubenberg, nach dem Muster des Denkmals von Max Leu in
Bern. Von einem Park mit sehr gepflegtem Pflanzenbestand umgeben,
umfasste das Castello Bernese einen Reitstall, grosse Lager-
und Diensträume. In einem kleinen Nebenhaus hatte ein Schuhmacher
namens Schudel seine Werkstatt. Der Besitz ging später an
Oskar Meyer und am 10. Oktober 1961 für 550’000 Franken an
die Gemeinde Orselina über. Die umstrittene Volksabstimmung
(6) vom 12. Dezember 1965 hinterliess Spuren im öffentlichen
Leben von Orselina. Man beschloss den Abbruch des Castello
Bernese, an seiner Stelle sollte das neue Gemeindehauses mit
Turnhalle, Kindergarten, Elementarschule, Parkplätzen und
Zufahrten entstehen. Doch es geschah nichts. Dafür wurde 1968/69
der Park instand gesetzt mit Stufen, Blumenbeeten, hiesigen
und exotischen Pflanzen und Diensträumen.
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Vom kuriosen Wohnsitz zum Dorfschulhaus
Seit 1966 ist im Erdgeschoss der Kindergarten eingerichtet.
Die Zunahme der Schüler der ersten Stufe, vorher in einem
Saal des Gemeindehauses untergebracht, hat im immer noch so
genannten Castello Bernese Platz gefunden. Es ist nun der Sitz
des Kindergartens und des ersten Zyklus (1. und 2. Klasse) der
Elementarschule, die hier dank der bevorzugten Lage und dem
prächtigen Park gute Bedingungen vorfinden.
Was die Elementarschule betrifft, wird das Abkommen mit Brione
sopra Minusio weitergeführt, das seinerseits die Kinder
des zweiten Zyklus aufnimmt, im Rahmen einer Zusammenarbeit,
die vollumfänglich den Ansprüchen der beiden Nachbargemeinden
entspricht. 1985 wurde das Castello Bernese unter der Leitung
des Architekten Fiorenzo Tresoldi umstrukturiert. Den Arbeiten
ging eine sorgfältige Analyse des Gebäudes voraus.
Ein nicht in den Bau integriertes Türmchen wurde entfernt
und versucht, nach Möglichkeit auf die ursprüngliche
architektonische Linie zurückzugehen. Nach dem Abschluss
der Arbeiten sind die ersten Klassen der Primarschule in die
Schulräume dieses grosszügigen Gebäudes in sonniger
Lage eingezogen. 1987 konnte als wertvoller Kunstschmuck die
Bronzeskulptur “Torso” von Max Weiss (Emmenbrücke
1920 - Tremona 1996), einem der grossen Schweizer Bildhauer
des 20. Jahrhunderts, beim Amphitheater aufgestellt werden.
Die Skulptur kostete 22’000 Franken; sie wurde ausgewählt
aus den Werken einer Kollektivausstellung, zu der die Gemeinden
Locarno, Muralto und Orselina beigetragen hatten. |