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  Comune di Orselina |Viaggio nella storia | Comune autonomo
 


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Die Madonna del Sasso
Die ersten Schritte zur selbständigen Gemeinde
Bäuerliche Tradition und Aufbruch zur Moderne


1881 wurde Orselina zur selbständigen Gemeinde, doch sollte man auch einige wesentliche historische Bezugspunkte beachten.

• Die historische Besiedlung des Locarnese muss im Zusammenhang mit den hydrographischen Gegebenheiten des Tessins betrachtet werden. Spuren der ältesten menschlichen Siedlung im Tessin wurden auf dem Hügel des Castel Grande in Bellinzona entdeckt. Sie gehen auf 5400-5500 vor Christus zurück.

• In Orselina gibt es mindestens eine Spur vorgeschichtlicher Besiedlung. Eine andere seinerzeit angegebene Siedlung wurde noch nicht aufgefunden. 1992 hat Franco Binda, einem Hinweis von Ing. Paolo Ammann folgend, am Weg von Orselina nach Cordonico, auf dem Gemeindegebiet von Orselina, einen Gneisblock mit einem T-förmigen Ideogramm und vier eingeritzten Zeichen aus prähistorischer Zeit entdeckt. Zudem einige griechische Kreuze, eines davon dreifach sowie einfache und doppelte lateinische Kreuze, die vermutlich einige Jahrhunderte nach Christi Geburt angebracht worden sind. Die Inschriften werden ergänzt durch ein grosses lateinisches Kreuz, überragt von der Jahrzahl 1904. Es wurde sehr wahrscheinlich anlässlich einer Erntedankprozession in den Stein gehauen (siehe Franco Binda, “Archeologia rupestre nella Svizzera Italiana”, Armando Dadò Editore, 1996).

• Die archäologischen Nachforschungen haben ergeben, dass einige Nekropolen im Locarnese etwa im 13. Jahrhundert vor Christus, in der späten Bronzezeit, entstanden sind. Die Besiedlung der Region Verbano (Lago Maggiore) dürfte sich in der Eisenzeit (4. Jh. v. Chr.) verstärkt haben. Man nimmt an, dass sich damals die ersten Bewohner am Fuss der Berge und auf den Anhöhen zwischen Solduno und Minusio, also auch in Orselina, niedergelassen haben.

• Im ersten christlichen Jahrhundert machten sich die Römer am oberen Verbano breit. Es war eher eine Verbreitung der Kultur und des Handels als eine militärische Eroberung. Archäologische Zeugnisse aus der Römerzeit wurden an verschiedenen Orten im Locarnese gefunden, in bedeutendem Masse auch in Muralto, das man einst “Orselina bassa” nannte. Die Kirche San Vittore wurde an der Stelle einer römischen Kultstätte errichtet.

• Ambrogio di Treviri, der heilige Ambrosius, 374 zum Erzbischof von Mailand geweiht, sorgte auch für die Reorganisation des Klerus und der kirchlichen Einrichtungen. Es entstanden neue Bischofssitze, wie derjenige in Como im Jahr 379, dessen Einflussbereich sich auf einen grossen Teil des heutigen Tessins erstreckte, darunter 1002 bis 1004 das Locarnese. Bis 1816 war San Vittore in Orselina inferiore (Muralto) die Pfarrkirche des Sprengels Locarno.• Direkte Auswirkungen auf das Locarnese hatte die Ankunft der Langobarden im Jahr 568. Es scheint, dass die Region damals unter der Jurisdiktion von Stazzona (Angera, am Lago Maggiore in Italien) stand. Ab 774 geriet sie unter die Herrschaft der Karolinger. Der Einfluss der grossen Klöster wurde immer stärker.

• Die Auseinandersetzungen zwischen Mailand und Como um die Kontrolle der Handelsstrassen und der Alpenübergänge stärkten die Stellung der Landgemeinden.

• Der Kirchsprengel von Locarno entstand unter dem Einfluss Mailands und bildete eines der Zentren der Verbreitung des Christentums im Sopraceneri. Auch der Gottesdienst in der Kirche San Vittore wurde von Missionaren aus Mailand, wo der Heilige noch vor der Zeit des heiligen Ambrosius als Märtyrer verehrt wurde, eingeführt.

• 1186 hat Federico Barbarossa seinen treuen Untertanen in Locarno die volle Unabhängigkeit von jeder Autorität, ausser derjenigen des Kaisers, gewährt.

• Im 13. und 14. Jahrhundert waren es die Humiliaten (Santa Caterina in Locarno) und das Kloster San Francesco (der Minderen Brüder) in Locarno, die sich auch als Zentren der Kultur und der Kunst betätigten.

• Nach dem Jahr 1000 bildete sich eine dreiteilige, konzentrische Organisationsform: Sprengel, dazwischen stehende Gemeinschaften und solche, die an einzelne Wohngebiete abgetreten waren. Jede dieser drei Strukturen hatte ihre eigenen Reglemente oder Statuten.

• 1182 wird das Concilio Meziano (Consiglio Mezzano) erwähnt, 1284 Orserina, 1294 Orsalino, 1323 Orsarina. Im 16. Jahrhundert wird das ganze Gebiet als Gemeinde Orsalina und des Consiglio Mezzano angegeben.

• Das Locarnese unterstand zwei Mal einem Stellvertreter des Condottiere Simone Orello: von 1239 bis 1249 und von 1284 bis 1286. Es folgte die Herrschaft von Como, also Mailand: die Visconti ab 1342 und die Sforza ab 1450.

• 1480, Gründung des Heiligtums Madonna del Sasso in Orselina. In den folgenden Jahrhunderten folgten weitere Schenkungen von Kunstwerken und der Bau des Sacro Monte.

• 1513 wurde die Burg von Locarno und damit die Kontrolle der Region von Massimiliano Sforza an die Schweizer abgetreten, als Gegenleistung für die Hilfe im Kampf gegen die Franzosen.

• Im 16. Jahrhundert das Schisma der “Christiana Locarnensis Ecclesia” mit der traurigen Folge der erzwungenen Auswanderung der reformierten Familien im Jahr 1555.

• Ende des 16. Jahrhunderts entstehen das neue Franziskanerkloster in Locarno und das Collegio Papio in Ascona (1584).

• Unter der Herrschaft der Schweizer entstehen die Körperschaften, ein verzweigtes System der Verwaltung auf örtlicher Ebene.

• 1798 die Helvetische Revolution, Befreiung von der Vogtei Locarno, Eingliederung in die Helvetische Republik, Gemeindegründung. 1798 zählte der Bezirk Locarno 16’249 Einwohner, 1870 waren es schon 22’829.

• Die Gemeinde, die ab 1803 Orselina und Muralto vereinigt, nennt sich Orselina.

• 1881 trennen sich Muralto und Orselina, um zwei unabhängige Gemeinden zu werden. Am 20. Februar wird die Gemeindeversammlung einberufen, um den Kleinen Gemeinderat zu wählen, am 27. Februar 1881 die erste Sitzung abhält (Gemeindepräsident Battista Nicora, Sekretär Agostino Nicora).

 

 

 

 

 


Die Schotterstrasse schlängelte sich durch Weinberge und Gemüsegärten.

 


Porträt der Familie Patocchi aus dem 19. Jahrhundert. Der Vater Giovanni Battista, (oben, Zweiter von rechts), war in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Er hat die ihm gewidmete Via Patocchi festgelegt und die Cappella Passalli gebaut.

 


Die Bergfeuerwehr von Orselina, die sich auch für die Bekämpfung von Waldbränden einsetzte, auf einer etwa 1930 aufgenommenen Photographie.